
Geschichte
Masseure und medizinische Bademeister wenden die vielfältigen Formen der physikalischen Therapie an. Dabei handelt es sich um folgende Bereiche: Massagen, Warm- und Kaltwasseranwendungen, Bäder, Elektro- und Bewegungstherapie.
Die Kunst der Massage geht bis ins Altertum zurück. Hinweise darauf finden sich bei den Persern und Ägyptern. Auch in der indischen und chinesischen Kultur galt Massage als Heilmittel. Das antike Griechenland kannte bereits unterschiedliche Griffe und Einsatzmöglichkeiten. Im 19. Jahrhundert erschienen zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Massage. In der Folgezeit wurden die ersten Massageschulen eingerichtet und prägten die weitere Entwicklung zur modernen Massage.
Die Therapie mit Wasser hat ebenfalls in Asien und Griechenland eine lange Tradition. Hier wurden reinigende und rituelle Bäder durchgeführt. Die Griechen setzten als Erste in Europa Bäderanwendungen zu Heilzwecken ein. Griechische Ärzte brachten diese Badekultur ins römische Imperium. In Mitteleuropa wurden medizinische Bäder im Mittelalter bekannt. Einen wesentlichen Beitrag zur Wasser- und Bäderheilkunde lieferten Vinzenz Prießnitz und Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert. Kneipp verdanken wir ein ganzheitliches Gesundheitskonzept, das wir im heutigen medizinischen Wellnessverfahren wiederfinden.
Erste elektrotherapeutische Anwendungen stammen ebenfalls aus dem Altertum. Gicht und Kopfschmerzen wurden mit elektrischen Impulsen von Zitterrochen behandelt. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich im Zuge der Technisierung durch wissenschaftliche Erkenntnisse die heutige Elektrotherapie: elektrische Bäder, verschiedene Ströme zur Behandlung von Lähmungen, Schmerzen und Durchblutungsstörungen. Inzwischen werden mit Hilfe von Strom auch Medikamente durch die Haut transportiert, Kurz- und Mikrowellen sorgen für eine Tiefenwärme im Körpergewebe.
Bereits Griechen und Römer kombinierten Massagen und Wasseranwendungen mit Gymnastik und Sport. Als Bewegungstherapie ergänzt sie die schon genannten Verfahren. Dadurch ergibt sich ein Behandlungssystem, das die Funktionen des Bewegungsapparates und der inneren Organe hervorragend fördert. Inzwischen sind diese Behandlungsformen bei der Betreuung von Sportlern und im medizinischen Wellnessbereich nicht mehr wegzudenken.


